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reificationVergegenständlichen (ger.)

  • The mental representation and fixation of ideas in concepts that can be used in thought, reasoning and communication, i.e. in contexts that do not necessarily lead to manifest behaviour or actions.
    culture
    1934

    [Es ist] die für den Menschen konstitutive Fähigkeit, Distanz zu den Dingen zu halten und damit die Welt des Umgangs, die uns, wie dem Tier, dicht auf dem Leib sitzt, zu vergegenständlichen, in gegliederten Gestalten und ausgedehnten Horizonten zu überschauen

    Rothacker, E. (1934). Geschichtsphilosophie: 99.

    1974

    der Mensch bestimmt sich als solcher nur über den unveräußerlichen Zwang zur Verkörperung, Vergegenständlichung und Verdoppelung in eine Rollenfigur.

    Böhme, H. (1974). Anomie und Entfremdung. Literatursoziologische Untersuchungen zu den Essays Robert Musils und seinem Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“: 425.

    2003

    Entscheidend [für das Vergegenständlichen] ist, dass eine ›innere‹ Entität zum Gegenstand des Nachdenkens oder der Rede gemacht wird. Sie ist dann abgelöst von der Person. Möglich ist das nur, weil der Sachbezug der Sprache uns in die Lage versetzt, mentale Repräsentationen und Emotionen in einen Quasi-Status zu setzen. […] [Ein kulturelles Bedeutungsgewebe] ist nur möglich, wenn die ›Bedeutungen‹ abgelöst werden können von aktuellen Handlungssituationen. Die Vergegenständlichung ermöglicht es, mit Begriffen ›off-line‹ zu arbeiten, Begriffe zum Gegenstand des Nachdenkens zu machen, ihre Korrelationen zu überdenken, über abwesende oder abstrakte Sachverhalte zu reflektieren und zu kommunizieren und sie als exosomatisch gespeicherte Ordnungsschemata vorzuhalten.

    Eibl, K. (2003). Vergegenständlichung. Über die kulturstiftende Leistung der Sprache In: Jannidis, F., Lauer, G., Martínez, M. & Winko, S. (eds.). Regeln der Bedeutung. Zur Theorie der Bedeutung literarischer Texte, 566-90: 572.

    2004

    Der ausdifferenzierte Sachbezug der Sprache ermöglicht es, Gedanken zu vergegenständlichen.

    Eibl, K. (2004). Animal poeta. Bausteine der biologischen Kultur- und Literaturtheorie: 233.

    2006

    Wie wir uns in den Dingen vergegenständlichen, so verkörpern sich die Dinge in uns (Csikszentmihalyi 1993). Die Dinge sind Leibeigene, doch wir sind auch Leibeigene der Dinge.

    Böhme, H. (2006). Fetischismus und Kultur. Eine andere Theorie der Moderne: 95.

    2012

    Die Schaffung von Distanz und die Fähigkeit zur Vergegenständlichung, wodurch Ängste verringert, Reflexionen ermöglicht, Sachverhalte konstruiert, Handlungsoptionen vergrößert werden und damit insgesamt die räumlichen und zeitlichen Horizonte des Daseins ausgedehnt und kontrolliert werden – darin bestehen die elementaren Kulturleistungen.

    Böhme, H. (2012). Kulturwissenschaft. In: Konersmann, R. (ed.). Handbuch Kulturphilosophie, 31-39: 33-4.